|

Dreiviertel alleine

[an den kleinen Knopf]
Eine dreiviertel Stunde entfernt,
einen dreiviertel Tag allein.
Ich habe tatsächlich verlernt,
solo am Leben zu sein.

Ich sehe viele Gesichter
und letztlich immer nur eins,
ich wäre ein schlechter Richter,
denn sehe ich immer nur deins.

Du hast mich in dir gefangen
und hältst mich dort gnadenlos fest.
ich bleibe mit allen Belangen
wenn du mich weiterhin lässt.
[2007]

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Oktoberfest

    Maßkrugstämmen, Weißwurstzutschen,Pinkeln rennen vor dem Zelt,schunkeln, munkeln, sogar knutschen,irgendwen, der grad gefällt. Arsch an Arsch auf Eichenbänken,lallend die Bedienung rufen,Haxen stumpf im Bier ertränkenund verlorene Freunde suchen. Dekadenter Herdentrieb,der Weg nach Hause; nebulös.Das Geld hat längst ein Taschendieb,man ist ihm wohl erst morgen bös. Was ist der Preis für das Vergessen?Für die meisten angemessen.[2018]

  • |

    Achtzig

    [zum 80. Geburtstag von Brigitte Kluthe]Manch Nörgler nörgelt sich nie satt,du jammerst nicht, kein Stück.Du läufst den ganzen Weg zur Stadt,wenn’s sein muss, auch zurück. Du wischt im Hausflur, kein Problem,dann schnell zum Einkaufsladen,um kurz darauf zum Sport zu gehen,an ganz entspannten Tagen. Und du bereist die halbe Weltund kommst zurück nach Hause,blickst auf dein…

  • |

    Die Heimfahrt

    Gar nicht mehr weit, gut zu lösen,Straßenmarkierungen ziehen vorbei,nebenan, die Mitfahrer dösen,Verkehrsschilder-Countdown, viertel vor drei. Diesel brummt, Fahrt neben Bäumen,Ausfahrt, Parkplatz, Brücke, Schild.Wirklich gehört? Schon am Träumen?Bleischwere Lider blinzeln wie wild. Zwei vor Drei, Sekunden verschwinden.Hab ich die Standspur tatsächlich gestreift?Seit wann kann das Radio den Sender nicht finden?Der Rüttelstreifen hat furchtbar gekreischt. Schlag drei…