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Alter Mann mit Hut

Fast immer, wenn ich vom Arbeiten kam,
saß er dort drüben und trank seinen Wein,
ich legte ihm manchmal Brot in den Arm,
verharrte ein wenig und ging danach heim.

Ich dachte dann lange über ihn nach,
und schämte mich etwas, denn mir ging es gut,
mich wunderte einmal, dass er nie sprach,
er lächelte wenig und trug einen Hut.

Die anderen Leute, sahen ihn an,
tuschelten eifrig und schauten dann weg,
kaum einer half diesem brechenden Mann,
sie ließen ihn liegen und nannten ihn Dreck.

Es merkte auch niemand, als er dann starb
und reglos verblasste, gelehnt an die Wand,
es standen auch keine Blumen am Grab,
er hatte ja keines, er wurde verbrannt.

Ich nahm mir den Hut, den er wohl verlor,
als sie ihn holten und steckte ihn ein,
ich hab ihn begraben, dort drüben am Moor
und war, so wie er, unglaublich allein.

Noch immer gehe ich rüber ins Moor
und tausche die Blumen ab und an aus
und manchmal kommt es mir beinahe vor
als läge auch er hier begraben im Moor.
Ich verharre ein wenig – 
dann gehe ich wieder nach Haus.
[2005]

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