Wohl Liebe
Ich will dich was fragen
und sehe dabei
in deine Augen.
Egal, was sie sagen,
so falsch es auch sei,
ich werde es glauben.
[2004]
Ich will dich was fragen
und sehe dabei
in deine Augen.
Egal, was sie sagen,
so falsch es auch sei,
ich werde es glauben.
[2004]
Die Prämien wuchsen und die Kurse stiegen.Das Geld ausgelagert. Die Welt auf Kredit.Die Konten verschweigen. Bilanzen verbiegen.Die Stechuhr treibt, wie ein Hütehund Ziegen.Die Weltkugel dreht sich, noch spielt die Musik. Die Zeit wird zur App, trotz aller Bedenken,nun rauscht sie mit Hochdruck komplett digital.Die Firmenbosse müssen Ausgaben senkenund suchen nach cleveren Steuergeschenken.Die Erdkugel dreht sich,…
Neulich fuhr ich meinen Traktor auf der Bundesstraße heimund stell’ dir vor, ich fuhr zudem in eine Lasermessung rein,Das Schlimme war ja nicht mein Tempo, nein, ganz anders lag der Fall,ich hätte besser lenken sollen, jetzt sind da Scherben, überall.[2014]
Der runde Vollmond stehtam Himmel ganz allein,so ist die Schicht, er kann ja nichts dafür.Er leuchtet noch so spätden letzten Säufer Heim.Der Kneiper schließt benommen seine Tür. Geräusche werden wach,die niemand wirklich hört,außer jenem, der sie wirklich hören will.Die Straßenbahn macht Krach,woran sich keiner stört,denn kurz darauf ist alles wieder still. Die Stadt schläft niemals…
[in stillem Gedenken an tschechischen Zeichner und Grafiker Zdeněk Miler, der am 30.11.2011 starb]In meinem Garten gibt es einen kleinen Haufen,man könnte sagen, dass ich jenen Haufen schätzte.Ich bin all die Jahre immer rum gelaufenund sah zu, dass ich ihn keinesfalls verletzte. Und jedes mal, wenn ich ihn vorsichtig verschonte,trat der Kleine scheu und blinzelnd…
(da bleibt das Positive, Herr Kästner!)Unsere Zeit hat viele Kanten und Eckenund manch’ ein Lachen bleibt im Halse uns Stecken.Mit theatralisch toter Ironieersticken dann die, die nicht am Schwefel lecken. Moralisch einwandfrei zu lebenund ferner so das Totenbett besteigenund noch ferner darauf auch etwas zu geben,das leisten sich heute nur noch die Feigen. Wir sind…
Eine Nussschale treibt um ihren Marterpfahl,gefesselt auf ewig oder wenigstens bis zum nächsten Orkan.Der Bug geschunden, die Deckbohlen verwundendie Männer verschwunden, wie viele auch immer es waren. Eine Nussschale stirbt an ihrem Marterpfahl,vom Sturm stranguliert und hinterrücks vom Wasser gefressen.Nach backbord gekentert, von Fischen geentert,das Schicksal verplempert, was wir vergessen. Ohne Nussschale steht noch ein…