Unbesiegbar

Kleine Blume auf der Wiese,
stehst so da und lächelst warm,
nimmst die Blicke in den Arm
und du streichelst diese.

So zerbrechlich sind die Blüten,
die der Stängel tapfer hält,
gegen Winde dieser Welt
muss er Schönheit hüten.

Tausend kleine Pollen fliegen
und sie tragen reiches Gut
voller Tatendrang und Mut
und bleiben später liegen.

Sie werden neue Wurzeln schlagen
tief im Erdreich festgekrallt
dann wachsen alsbald
und wollen Blüten tragen.

Wer immer Dir die Krone bricht
lässt neue Samen fliegen
und so zerbrechlich du auch bist,
er kann dich nicht besiegen.
[2007]

Ähnliche Beiträge

  • Vokabuläre Selbsthilfegruppe

    Neben dem Wimmerholz ist noch ein Plätzchen frei,setzen sie sich, Herr SchubiackDie Zwille hat tofte Geschichten dabei,das blümerante Gefühl nimmt sicher gleich ab. Frau Gake quasselt noch immer vom Schwof,Imponderabilien deuten sich anSchnickschnack und Schabernack finden das doofDie stellen sich immer so bräsig an. Der Conférencier kujoniert den Filou Frau Duttengretel posiert, ei der Daus,und Herr…

  • | |

    Kurz und gut

    Schon am allerersten Tagwusste ich um ihr Befinden;sie wird kommen und verschwinden,einfach so, wie sie es mag.Ich wusste das – und ich erlag. Nun ahne ich, was sie jetzt tut,als die Flasche Rotwein köpft,und dann den Ausgehmantel knöpft,sie wäscht die Gläser, nimmt den Hutund geht (für immer), kurz und gut.[2011]

  • |

    Arbeit

    Er sitzt auf seinem Sessel und schiebt die Langeweile,wie einen Suppenkesselund völlig ohne Eileohne Grund umher,nicht mehr. Da springt er plötzlich auf,sein Chef kommt in das Zimmer,das ist schon fast ein Brauch,er läuft genau wie immerohne Grund umher,nicht mehr.[2007]

  • Schwanenlied

    An diesem Abend senkte ein Schwanden Kopf majestätisch auf den goldenen See,Enten kreuzten bewegt seine Bahn,ganz stumm und sie sagten leise ade. Den Weg anzutreten, den man so fürchtet,erlässt einem keine Schönheit auf Erden,sie zaubert jedoch ein seliges Lächelnund lässt es fortan zu Ewigkeit werden.[2005]

  • |

    Oben ohne

    Herbst setzt Nebel auf die Felder,streicht die Scheiben nachts mit Reif,und verbrennt zusätzlich Gelder,seit ich nach dem Heizöl greif‘. Dennoch gibt es harte Kerledie Bedarf am Gelten habenund das Dach der Autoperletief im Kofferraum vergraben. Das Gesicht verhüllt die MützeKrampfhaft cool, mit weißem Schal,bullig warme Ledersitze,Heizpilz für das Arsenal. Zwei Grad abwärts, das ermattet,nicht, dass…

  • |

    Großstadtsilvester

    Das Jahr ging wieder schallend vorüber,an Zimmerdecken hängen Ballons,die Straßen sind voller leerer Kartonsund Sektflaschen kleckerten drüber. Der Wirt latscht leise lallend ins Bett,die Fässer fast leer, das hat sich gelohnt,Silvester hat ihn nicht wirklich verschont,Der Umsatz macht die Blessuren schon wett. Atmen und fegen, die Laufwege räumen,und fremde von eigenen Sachen trennen,zum Frühstück bleiben…