Stromverteilerkasten

Rentenbescheid für einen Stromverteilerkasten

Ein Stromverteilerkasten weinte als man ihn alleine ließ,
weil der Stadtrat damals meinte, dass es sicher besser ist.
Die komplette Neubausiedlung ging nach Osten, Wand für Wand,
alles wurde weggetragen nur der Stromverteiler stand.

Die verschlafene Pflasterstraße nahmen sie sich sogar vor,
gleich nach der grauen Einkaufshalle und dem heilen Fußballtor
und kürzlich sprossen erste Halme durch den aufgewühlten Schutt,
der Stromverteiler aber stand und stand und ging nicht mal kaputt.

Später wuchsen Pflanzen auf: vom Graßhalm bis zum Eichenbaum
und einer von den Grünen nannte diesen Ort Naturschutzraum.
Mannigfaltiges Gefieder nistete sich langsam ein
und ein Specht versuchte kurz…, ließ es aber ganz schnell sein.

Der Beton wich keinen Meter, der Natur war das egal
und während sie den Rasen nähte, brummt der Altstromadmiral
Statt dem grauen Eisenschild trägt er heute längst zivil:
Zwei Vogelnester, etwas Strauch und Moos versprühen neuen Stil.

Nur langsam gibt er sich geschlagen und beginnt den Ruhestand,
da er in Stromverteilertagen immer unter Spannung stand.
Heute hat er Etikette, diskutiert mit Trauerweiden,
zirpt mit Grillen um die Wette, nur der Specht kann ihn nicht leiden…

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