Weißes Rauschen

Für einen Moment vergessen,
für einen Moment befreit
von all den verschiednen Interessen
und dem Druck hinter Zeit.

Keine kleinen Gedanken,
keinen neuen Termin,
keine Leute, die zanken
und Köpfe voll Melodien.

So laut auch die Wellen zerfallen
und Winde in Ohrmuscheln hallen,
man hört kaum das eigene Wort,
so sicher findet man Ruhe
vom hektikgetränkten Getue.
Es gibt keinen stilleren Ort…
[2007]

Ähnliche Beiträge

  • |

    Abgeordnet

    Du bist angetreten, um es besser zu machen.Du hattest Ideale und sicherlich Mut.Du wolltest das große Feuer entfachen,weil nichts passiert, was man nicht tut. Du bist die Leiter hinaufmarschiertund wir haben dir die Straßen geräumt.Wir haben gehofft, dass funktioniert,wovon jeder träumt. Bis ganz nach oben bist du gestiegen,damit es bei den Richtigen wirkt.Wir haben gebetet…

  • |

    Achtzig

    [zum 80. Geburtstag von Brigitte Kluthe]Manch Nörgler nörgelt sich nie satt,du jammerst nicht, kein Stück.Du läufst den ganzen Weg zur Stadt,wenn’s sein muss, auch zurück. Du wischt im Hausflur, kein Problem,dann schnell zum Einkaufsladen,um kurz darauf zum Sport zu gehen,an ganz entspannten Tagen. Und du bereist die halbe Weltund kommst zurück nach Hause,blickst auf dein…

  • | |

    Stillleben im Hafenbecken

    Eine Nussschale treibt um ihren Marterpfahl,gefesselt auf ewig oder wenigstens bis zum nächsten Orkan.Der Bug geschunden, die Deckbohlen verwundendie Männer verschwunden, wie viele auch immer es waren. Eine Nussschale stirbt an ihrem Marterpfahl,vom Sturm stranguliert und hinterrücks vom Wasser gefressen.Nach backbord gekentert, von Fischen geentert,das Schicksal verplempert, was wir vergessen. Ohne Nussschale steht noch ein…

  • |

    Flink wie ein …

    Diesel betreibt viele Motoren,sparsam und Leistung, fantastisches Paar,doch kürzlich kam den Verbrauchern zu Ohren,dass da nicht jeder ganz aufrichtig war. Nun strauchelt ein Riese, wie angeschossen,Grenzwert für Leistung beträchtlich geschönt,mit Schelte vom Scheitel zur Sohle begossen,Wir hatten uns fast an das Nageln gewöhnt. Jetzt muss man schnell sein, die Glühkerzen brennen,Opfergaben verlassen das Haus.Hauptsache sieht…

  • | | |

    Der Jaguar

    [Reiner Maria Rilkes „Der Panther“ 2.0;auf der Bundesstraße 96, bei Teschendorf]Sein Blick ist vom Vorüberziehn der Streifenso schwer geworden, dass er kaum noch wacht.Ihm ist, als würden alle Zeichen weichen,nur seine Leuchten streifen durch die Nacht. Der tiefe Schluck gewagter Restbelebungdie er vom Energiegetränk bezog,Ist wie die präventive Bitte um Vergebungdie er sich stoisch ins…