Weißes Rauschen

Für einen Moment vergessen,
für einen Moment befreit
von all den verschiednen Interessen
und dem Druck hinter Zeit.

Keine kleinen Gedanken,
keinen neuen Termin,
keine Leute, die zanken
und Köpfe voll Melodien.

So laut auch die Wellen zerfallen
und Winde in Ohrmuscheln hallen,
man hört kaum das eigene Wort,
so sicher findet man Ruhe
vom hektikgetränkten Getue.
Es gibt keinen stilleren Ort…
[2007]

Ähnliche Beiträge

  • Stummer Nekrolog

    Der runde Vollmond stehtam Himmel ganz allein,so ist die Schicht, er kann ja nichts dafür.Er leuchtet noch so spätden letzten Säufer Heim.Der Kneiper schließt benommen seine Tür. Geräusche werden wach,die niemand wirklich hört,außer jenem, der sie wirklich hören will.Die Straßenbahn macht Krach,woran sich keiner stört,denn kurz darauf ist alles wieder still. Die Stadt schläft niemals…

  • | |

    Kurz und gut

    Schon am allerersten Tagwusste ich um ihr Befinden;sie wird kommen und verschwinden,einfach so, wie sie es mag.Ich wusste das – und ich erlag. Nun ahne ich, was sie jetzt tut,als die Flasche Rotwein köpft,und dann den Ausgehmantel knöpft,sie wäscht die Gläser, nimmt den Hutund geht (für immer), kurz und gut.[2011]

  • |

    Ja, ja, die gute alte Zeit

    [an meine Mitschüler zum Ende der Schulzeit]Wir kennen uns tatsächlich lange,nur um nicht zu sagen gut,von damals aus der Essenschlange,als man noch so kleine strammeEssenmarken mit sich trug. Wir lernten schnell die Lehraufgaben,statt zu lösen, zu umgehenund hatten so, an solchen Tagen(Lehrer nannten es Betragen)lauter schlechte Noten stehen. Wir liegen in den letzten Zügen,die schon…

  • Schweigen im Walde

    Sie schweigen beim Gang durch die Wälderund zeigen die Maschinerieund schneiden sich Wege für Gelderder Holz- und Papierindustrie. Sie treiben die Ketten in Rinde,dann neigen die Kronen sich abund leiden im elenden Winde.Sie weiden hier fast jeden Tag. Es wird keine Eingabe geben,weil keiner vor Ort sie hier schreibt,der Wald protestiert nicht mit Reden,ist keiner,…